Das Schloss

Die Familie heißt auch dieses Jahr alle herzlich willkommen

Valdemars Schloss öffnet die Türen zu der Privatwohnung. Wir teilen die Geschichte des Schlosses und der umliegenden Gebäude sowie der Familie, die seit 12 Generationen Eigentümer des Schlosses ist, gern mit Ihnen. Wir tun unser Bestes, damit unsere Gäste so viele familienfreundliche und inhaltsreiche Erlebnisse wie möglich mitnehmen, alle gewürzt mit historischer Größe und echter südfünischer Stimmung. Die vielen Einrichtungen und Möglichkeiten des Anwesens und der umgebenden Natur bieten eine Fülle von Sinneseindrücken der Sonderklasse. Es ist unser höchster Wunsch, dass niemand uns verlässt, ohne sich bereichert zu fühlen – hier gibt es nämlich eine Menge für Seele und Verstand.

Wir freuen uns, Sie auf Valdemars Schloss begrüßen zu dürfen.

Flisesalen Valdemars Slot

Das Schloss

Ein Besuch des Schloss- und Gutsmuseums (Slots- og Herregårdsmuseet) ist auch ein Besuch in einem fantastischen, wundervollen, prachtvollen Heim. Hinter den dicken, alten Mauern im großen Hauptgebäude erwartet Sie eine Fülle interessanter Erlebnisse. Wenn man die stattliche Haupttreppe hinaufsteigt, betritt man eine andere Welt, wo die historische Atmosphäre einen auf eine Reise in vergangene Zeiten entführt, als Prinzen und Prinzessinnen, Barone und Baronessen das eindrucksvolle Ambiente belebten. Als Besucher kann man sich frei in den reizvollen Räumen, Sälen und Gemächern bewegen und sich von dem gastlichen Erlebnis überwältigen lassen, dass man sich nicht hinter Absperrungen befindet. Bei der Ankunft erhält man einen schriftlichen Führer. Mit ihm in der Hand erfährt man Wissenswertes über die Ausschmückung der einzelnen Räume und das Inventar und kann gleichzeitig alles aus der Nähe betrachten. Man liest über die Gobelins und die französischen Tapeten, die die 5½ m hohen Wände schmücken, über die gekonnt ausgeführten Stuckarbeiten und nicht zuletzt eine unbeschreibliche Zahl von Geschichten über die vielen herrlichen Gegenstände im Schloss – das große Essservice von einer Hochzeit 1865, die Seemannskiste des Seehelden Niels Juel, die nicht einmal von 4 Männern gehoben werden kann, und die Lampen, die früher Vasen waren, die alten Stiefel, die Niels Juels Enkel gehört haben, die Gemälde der Ahnen – die Liste ist fast unendlich. Trotz der imposanten Anzahl prächtiger Gemälde und überwältigender Möbel, die von Generation zu Generation weitervererbt wurden, sorgt die Kombination mit neuzeitigen Möbeln dafür, dass sich ein Bild einer Wohnung abzeichnet, die noch heute im Alltag und zu Festen benutzt wird. Nach dem Rundgang durch die 21 Räume versteht man vollauf, warum die Familie findet, dass es nicht nur ihre Wohnung ist, sondern ein Ort, den sie gern mit allen Besuchern teilt. Für die Kinder haben wir eine spannende Schatzsuche durch das Schloss vorbereitet, auf der sie einen Einblick in die Geschichte des Schlosses erhalten – und vielleicht einen Schatz finden.

Der Herrschaftsstall (Herskabsstalden)

1749 beschädigte ein großer Brand die Gebäude des Schlosses. Unmittelbar danach begann der damalige Kammerherr Oberst Niels Juel (ein Enkel des Seehelden Niels Juel) den Wiederaufbau der eindrucksvollen Anlage, die wir heute vor uns haben. Zur damaligen Zeit diente der Herrschaftsstall ausschließlich zur Unterbringung und Pflege der Pferde der Herrschaft. Heute laden wir unsere Gäste, falls der Herrschaftsstall nicht für andere Veranstaltungen vermietet ist, dazu ein, ihre mitgebrachten Speisen vor Wind und Wetter geschützt zu verzehren.

Restaurierung von Antiquitäten

Antique Valdemars Slot Møbelrestaurering ist eine Restaurierungs- und Konservierungswerkstatt in schöner Lage auf Valdemars Schloss bei Svendborg. Wir beschäftigen uns primär mit der Restaurierung und Konservierung von antiken Möbeln – insbesondere aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Ihre Möbel – unser Interesse. Antique Valdemars Slot Møbelrestaurering ist Mitglied von der Innung Dansk Antikvitets-Conservator Laug (DACL).

Wir weisen darauf hin, dass die restaurierten Möbel nicht im Schloss zu sehen sind.

Für weitere Informationen klicken Sie www.antique-valdemars-slot.dk an.

Badestrand

Der krönende Abschluss eines Schlossbesuchs ist ein erfrischendes Bad in der Lunke-Bucht am prachtvollen weißen Badestrand hinter dem Teepavillon. Duschen gibt es unweit des Strands und Toiletten am Parkplatz am Südlichen Torhaus (Søndre Porthus).

hoveddoer

Alexander-Park

Der Park um Valdemars Schloss ist ein herrlicher Landschaftspark mit weitläufigen Rasenflächen und stattlichen alten, hohen Bäumen. Am südlichen Ende des Parks vor der Kirchtreppe liegt ein kleiner Garten mit Taxushecke und Wasserbecken. Dieser kleine Garten ist noch heute ein schönes Beispiel der Gartenkultur, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts üblich war. Die Rasenflächen des Parks fallen alle zum eindrucksvollen See hinunter ab, der dank seiner Lage vor dem Wald eine einzigartige prächtige Kulisse bildet. 1823 schreibt Pastor Lund, dass das Gebiet den Namen „See“ trägt und um 1700 von Knud Juel, dem Sohn des Seehelden Niels Juel, eingedeicht wurde. Die Geschichte des Sees reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, als er zum ersten Mal erwähnt wird. Tarp schreibt, dass Valdemars Schloss auf einer kleinen Landzunge in einer Wiek, die südlich und westlich ins Land hineinreichte, erbaut wurde. Der See war also früher ein Teil der Lunke-Bucht. Viele Jahre lang war der „See“ eine feuchte Niederung mit Gras. Gelegentlich wurde auch z. B. Raps angebaut. 2003 wurden umfassende Maßnahmen durchgeführt, wobei u. a. der Abfluss geändert wurde, so dass das Gebiet heute wieder ein großer seichter See ist – zur Freude der Wasservögelwelt, die in höchstem Maße aufgeblüht ist, und für den Betrachter, der das prächtige Schauspiel genießt. Der Park ist nach Alexander aus der 12. Generation nach dem Seehelden Niels Juel benannt.

Valdemars Schloss wurde 1639-44 von König Christian IV. für seinen Sohn, Graf Valdemar Christian, errichtet, dessen Namen das Schloss trägt. Das große Bauvorhaben des Königs auf Taasinge wurde in Angriff genommen, als Valdemar Christian 17 Jahre alt war. Der König sparte keine Kosten und Mühen, um dem Sohn eine standesgemäße fürstliche Wohnung zu verschaffen. Mit Hans van Steenwinckel als Baumeister errichtete der König ein prächtiges Renaissanceschloss im selben Stil, jedoch größer als sein eigenes Schloss Rosenborg in Kopenhagen. Valdemar Christian kam jedoch nie in den Genuss des Schlosses – er zog es vor, in ganz Europa als Feldherr Krieg zu führen und ließ sich niemals auf Taasinge nieder. 1656 starb er auf dem Schlachtfeld in Polen, erst 34 Jahre alt. Während der Schwedischen Kriege (1658-1660) wurde Valdemars Schloss besetzt und schwer beschädigt. Der Seeheld Niels Juel rettete das Schloss vor dem Untergang. 1678 leitete Niels Juel eine umfassende Instandsetzung des Schlosses ein und baute es im Barockstil nach der Mode der Zeit um. Der Enkel des Seehelden Niels Juel gleichen Namens, der  Kammerherr Niels Juel, bewohnte das Schloss von 1723 bis zu seinem Tod 1766. Er berief den holsteinischen Architekten G.D. Tschierscke, der die reizvolle Schlossanlage schuf, die wir heute kennen: mit den stattlichen Torhäusern, dem künstlichen See vor dem Schloss, den Stall- und Remiseflügeln am See und dem schönen Teepavillon als Point de Vue am Strand. Seit 1974 ist das Schloss für das Publikum geöffnet. Einen Großteil des Jahres kann man in den schönen Sälen die Einrichtung und die historischen Details bewundern und sich gleichzeitig daran erfreuen, dass diese wunderbare kulturhistorische Perle nach wie vor mit Leben erfüllt ist.

Bereits im Alter von einem Monat war Niels Juel zum ersten Mal auf See. Zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern reiste er nach Hause nach Nørtorp in Nordjütland, wo er bis zu seinem 6. Lebensjahr blieb. Niels Juel kam an einem herrlichen Frühlingstag, am Freitag, dem 8. Mai 1629, zur Welt. Er wurde infolge der missglückten Einmischung Königs Christian IV. in den 30-jährigen Krieg in Oslo geboren. Jütland war vom kaiserlich-österreichischen Obergeneral Albrecht Wallenstein besetzt worden, der mit seinen wilden kroatischen und deutschen Soldaten, ergänzt durch Kosaken, plündernd und raubend durch das Land zog. Die Bauern waren zu Tode erschrocken vor diesen Horden und flüchteten in Wälder und Moore. Niels Juels Mutter Sophie Sehested brachte sich bei ihrem Bruder Hannibal Sehested in Sicherheit, der in Norwegen lebte. Im Alter von 18 Jahren kam Niels Juel als Schüler an die Akademie Sorø, wo die Staatsbeamten jener Zeit ausgebildet wurden. Von früh morgens bis spät abends erhielten die ausgewählten jungen Adeligen konzentrierten Unterricht bei den besten dänischen und ausländischen Lehrern. Danach ging es nach Holland, wo er sich zum Seekriegsdienst unter dem berühmtesten Admiral jener Zeit, Martin Tromp, meldete und hier seine praktische Seeoffizierausbildung erhielt. Er nahm an mehreren Seeschlachten vor Holland und England teil. Später folgte eine Periode als Kommandant einer Fregatte im Mittelmeer. Dänemark brauchte gut ausgebildete Seeleute, und Niels Juel wurde nach Hause gerufen, wo er im Mai 1655 das Kommando über sein erstes dänisches Schiff ‚Den Sorte Rytter‘ erhielt, das eine Besatzung von 195 Mann hatte. 1657 wurde Niels Juel zum Admiral ernannt und nahm an den Karl-Gustav-Kriegen 1657-60 unter Frederik III. teil. Unter Christian V. während des Schonischen Krieges kommandierte Niels Juel die dänische Flotte, die 1676 Gotland eroberte. Niels Juels größter Erfolg war der Sieg der Dänen über eine überlegene schwedische Flotte in einer großen Seeschlacht in der Bucht von Køge am 1. Juli 1677. Niels Juels Sieg erregte Aufsehen in ganz Europa – die schwedische Flotte verlor 20 Schiffe, ohne dass ein einziges dänisches Schiff verloren ging. Der Sieg war entscheidend dafür, dass Dänemark den Schonischen Krieg nicht verlor. Nach dem Friedensschluss 1679 war Niels Juel Chef der Admiralität, als der er u. a. die Festung auf Christiansø anlegte und die Marinestation Holmen auf Nyholm in Kopenhagen ausbaute. Niels Juel erwarb den größten Teil von Taasinge mit Valdemars Schloss. In Kopenhagen ließ er Trotts Palais am Kongens Nytorv errichten.
Der Jubel der dänischen Bevölkerung wollte kein Ende nehmen, als Admiral Niels Juel am 1. Juli 1677 auf untraditionelle Weise eine überlegene schwedische Flotte in der Seeschlacht in der Bucht von Køge besiegte, ohne ein einziges dänisches Schiff zu verlieren – eine kriegerische Leistung, die bewirkte, dass Niels Juel als der berühmteste Admiral Europas galt. Die Prisengelder, 10% des Werts der eroberten Schiffe, fielen Admiral Niels Juel zu, der in den Jahren 1676 bis 1678 auf diese Weise 22.460 Reichstaler verdiente. Dieses Geld konnte König Christian V., dem Valdemars Schloss inzwischen gehörte, nicht bar auszahlen. Deshalb übertrug Christian V. statt Bargeld den Großteil der Ländereien von Valdemars Schloss und viele verstreute Bauernhöfe auf Taasinge zu einem Freundschaftspreis an Niels Juel. Seit 1678 gehört Valdemars Schloss der Familie Juel, heute in der 12. Generation.

Die Familie Iuel zählt zu den ältesten Adelsgeschlechtern Dänemarks. Sie lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Mehrere Sagen berichten, wie das Geschlecht sein Wappen von Kaiser Julianus erhielt. Nach Niels Juels Tod erbte sein Sohn, Etatsrat Knud Juel, den Besitz, und nach ihm wurde sein Sohn, Kammerherr Oberst Niels Juel, Eigentümer des Gutes. Die Generationen folgten auf Valdemars Schloss jahrhundertelang aufeinander. Der heutige Eigentümer ist die Familie Iuel-Brockdorff und Fleming als 12. Generation auf Valdemars Schloss.
1830 hatte sich Hans Christian Andersen allmählich einen Namen gemacht. Er war noch nicht der berühmte Märchendichter, aber durch einige seiner Gedichte und nicht zuletzt durch sein Debütbuch „Fußreise von Holmens Kanal zur Ostspitze von Amager in den Jahren 1828 und 1829“ hatte der junge Dichter Aufmerksamkeit erregt. Nun wollte Hans Christian Andersen einen historischen Roman schreiben – genau wie sein Freund B.S. Ingemann und sein großes Vorbild Walther Scott. Um Stoff für den Roman zu finden, begab er sich auf eine dreimonatige Sommerreise durch Dänemark. Am 1. August kam Hans Christian Andersen nach Svendborg, wo er eine knappe Woche blieb. Hier wurde er zu einem Besuch auf Valdemars Schloss eingeladen, wozu der neugierige Hans Christian Andersen natürlich nicht nein sagte. Neben seiner Faszination von der schönen Umgebung auf Taasinge konzentrierte Andersens Interesse sich auf eine Einzelheit beim Besuch des Schlosses: „Insbesondere die alten Porträts interessierten mich; unter anderem gab es eine Dame der juulschen Familie, die einen tiefen, verwunderlichen Eindruck auf mich machte. Es war das erste weibliche Gesicht, das mir zu Herzen ging, und ich wurde richtig ein bisschen wehmütig, wenn ich daran dachte, dass diese Formen zu Staub geworden waren“. Hans Christian Andersen erinnerte sich daran sieben Jahre später, als er im Roman „Nur ein Spielmann“ die Hauptperson Christian dasselbe Erlebnis auf Valdemars Schloss haben lässt. Hans Christian Andersen hatte die Gabe, die Seele hinter allen Dingen zu sehen – sowohl in lebendigen als auch in toten. Diese Fähigkeit, alles zu beseelen, benutzte der Dichter später in seinen berühmten Märchen. Hans Christian Andersens lebhafte Fantasie war nicht nur ein Geschenk für sein Werk, sondern konnte den Dichter auch quälen. Hans Christian Andersen hatte oft Bedenken, wenn er auf Herrensitzen und in Schlössern übernachtete. In „Nur ein Spielmann“ erschaudert der junge Christian bei dem Gedanken, im Schloss zu schlafen, „denn in der Nacht traten sicher die Bilder aus den Rahmen und aus den Bezügen; Niels Juul mit dem Schwert in der Hand nahm Platz in dem Lehnstuhl mit dem hohen Rücken“. Mehr über Hans Christian Andersens Reise durch Dänemark unter www.andersenwashere.com.